4.2. Akkordbildung
 
 
 
 

Im Grunde können alle Teiltöne einer Naturtonreihe zur Akkordbildung herangezogen werden; sie bilden in jedem Fall harmonische Intervall-Verhältnisse Grundsätzlich kann festgehalten werden:

  • je kleiner die Proportionszahlen der Akkordtöne untereinander sind, desto stabiler ist der Akkord, seine Konsonanz ist groß.

  • je höher die Proportionszahlen des Akkordtöne untereinander sind, desto instabiler ist der Akkord, seine Konsonanz ist gering.
  • Akkorde mit hohen Proportionszahlen streben danach, in Akkorde mit niedrigeren Proportionen überzugehen und sich so zu stabilisieren.

Arithmetische Reihen (ekmelische Reihen) bilden im Bereich niedriger Tonzahlen die stabilsten Akkorde:

ekm. Reihe 1ll1: 1 2 3 4 5 6 .... Dreiklänge 3-4-5, 4-5-6 ....
2ll1: 1 3 5 7 9 11 .... 3-5-7, 5-7-9, 7-9-11 ....
3ll1: 1 4 7 10 13 16 .... 4-7-10, 7-10-13, 10-13-16 ....
3ll2: 2 5 8 11 14 17 .... 5-8-11, 8-11-14, 11-14-17 ....
4ll1: 1 5 9 13 17 21 .... 5-9-13, 9-13-17, 13-17-21 ....
4ll3: 3 7 11 15 19 23 .... 7-11-15, 11-15-19, 15-19-23 ....

Beispiel:
Der Dreiklang 8-11-14 gehört der arithmetischen Reihe 3ll2 (lies: "3 auf 2") an. Der ähnlich klingende Dreiklang 9-11-14 läßt sich (durch Oktavierung nach unten, von 14 auf 7) in der Umkehrung 7-9-11 auf die arithmetische (ekmelische) Reihe 2ll1 zurückführen.

 

Akkorde - vor allem weniger stabile, also weniger konsonante, entstehen durch Kombination aus Intervallen, Drei- oder Mehrklängen (Mehrklänge) aus zwei oder mehreren Naturton-Skalen mit verschiedenen Grundtönen.

Beispiel: bitonaler Akkord
Der Dreiklang 8-11-14, übertragen auf die Terz als neuen Grundton, ergibt in der Kombination den Akkord
16-22-28-40-55-70,


der vor allem durch die unvollkommene Oktave 28-55 eine unschöne Dissonanz aufweist. Durch Weiterführung des Tons 55 zu 56 (annähernd ein Sechsteltonschritt) verliert der Gesamtklang sofort seine Schärfe, und der ursprüngliche Grundton hat wieder Gewicht: der bitonale Klang hat sich in einen "monotonalen" Klang
8-11-14-20-28-35 aufgelöst.


Sehr spannungsreich sind die Kombinationen von Ober- und Untertonreihen - beides Naturtonreihen. "Durmoll" und "Molldur" - also Kombinationen der einfachsten Dreiklänge - sind nur ganz einfache Beispiele für die vielen Möglichkeiten solcher Klangkombinationen.


 
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