5.1.2. Kettenbildung
 
 
 
 

Eine Fortsetzung gleicher Zwei-, Drei- und Mehrklänge kommt einer Kettenbildung gleich. Die Fortsetzung muß keineswegs nur stufenweise erfolgen, ist aber, von Stufe zu stufe fortschreitend, für den Hörer leichter nachvollziehbar. Auch die Richtung muß nicht gleichbeiben, Wendepunkte, Auf- und Abwärtsbewegungen und auch rhythmische Wiederholungen desselben Klangs machen den Ablauf der Folge abwechslungsreicher und interessanter. Voraussetzung ist jedoch, daß jeder Zusammenklang der Kettenglieder auf den gleichen arithmetischen Abständen der Tonzahlen voneinander beruht.

Ketten aus ekmelischen Reihen haben die Eigenschaft, Klänge einer bestimmten Reihe in gleichen Abständen zu wiederholen. Im folgenden Beispiel treten Dreiklänge aus den ekmelischen Reihen a) 3 ll 2, b) 3 ll 1 und c) 3 ll 2 jeweils an dritter Position wieder auf:

12 13 14 15 16 17 18 19 20 ....
9 10 11 12 13 14 15 16 17 ....
6 7 8 9 10 11 12 13 14 ....

a) b) c) a) b) c) a) b) c) ....

Dabei bilden sich in jedem dritten Klang gleiche Klangcharaktere aus, entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu einer (à) ekmelischen Reihe.

Interessanter sind Kettenbildungen aus Klängen mit unterschiedlichen Tonabständen:

12 13 14 15 16 17 18 19 20 ....
9 10 11 12 13 14 15 16 17 ....
7 8 9 10 11 12 13 14 15 ....

Hier hat jeder neue Dreiklang einen eigenen Klangcharakter. Bei der aufsteigenden Richtung der Kette werden die Intervalle der Dreiklänge nach und nach kleiner. Bei 10-12-15 ("Moll-Dreiklang") ist der Umfang eine Quinte, bei 15-17-20 ist er nur noch eine Quarte.

Das folgende Beispiel zeigt eine Sequenz aus Bewegung und Gegenbewegung mit kleinen Sprüngen:


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